Familienessen

Geschmack ist keine Frage des Zufalls

Mariella Kinderernährung Leave a Comment

Zum Frühstück eine Käsesemmel, als Snack zwischendurch frittierte Skorpione, zum Mittagessen ein Curry so feurig-scharf, dass man damit mit Leichtigkeit einen Waldbrand entfachen könnte und zum Abendessen frisch gekochte Pansensuppe.

Familienessen

Wenn es Ihnen beim einen oder anderen Gericht den Magen umdreht, beim bloßen Gedanken daran, dies zu verspeisen, liegt das nicht an der Speise selbst, sondern an Ihrer eigenen Herkunft. Was als „essbar“ angesehen wird, lernen wir im Laufe unseres Lebens genauso, wie wir auch erst einen eigenen Geschmack entwickeln müssen.

Wir schmecken bevor wir essen

Noch lange bevor wir unseren ersten Brei löffeln, sind wir umgeben von einem Meer aus unterschiedlichen Geschmäckern – dezenten Nuancen und intensiven Geschmacksstoffen. Beschützt und von der hektischen Außenwelt unberührt, lernen wir bereits im Mutterleib die für die Familie typischen Speisen kennen. Während wichtige Nährstoffe direkt über die Nabelschnur transportiert werden, gelangen die Geschmacksmoleküle ins Fruchtwasser.

In einem ständigen Strom aus unterschiedlichen Aromen, der unsere empfindliche Zunge umfloss, waren wir damit bereits damals stille Teilnehmer an jedem Mahl.

Diejenigen unter uns, die darüber hinaus das Privileg genossen Muttermilch zu verköstigen, wurden weiterhin von unzähligen geschmacklichen Variationen stimuliert. Wahre Superschmecker waren wir damals, besaßen wir doch ca. 2,5-5 Mal mehr Geschmacksknospen als heute – konnten damit kleinste Unterschiede im Aroma wahrnehmen – und vor allem lernten wir das kennen, was später auf dem Esstisch für uns angerichtet wurde und was den einen oder anderen immer noch schwärmen lässt: „Das schmeckt genau wie bei Mama.“

 

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