lachendes Baby in gelbem Pullover

Beikost: Zeit für feste Nahrung

Mariella Kinderernährung

Im ersten Lebensjahr wachsen Babys nicht nur überaus schnell und verdoppeln beinahe ihr Gewicht, sondern machen auch enorme Entwicklungsschritte [1]. So lernt das Kind zu sitzen, zu krabbeln, brabbelt die ersten Worte und macht vielleicht schon die ersten Schritte.Für diese enormen Veränderungen benötigt der kleine Körper sehr viele Nährstoffe. Diese liefert neben Muttermilch/Säuglingsmilchnahrung die Beikost.Zwischen dem fünften und siebenten Lebensmonat sind insbesondere Eisen und Zink in der Muttermilch nicht mehr in ausreichender Menge vorhanden und auch der Kaloriengehalt der Muttermilch kann den steigenden Energiebedarf des Babys nicht mehr abdecken [2].

Beikost
Zwischen dem Beginn des 5. und des 7. Lebensmonats ist es daher an der Zeit langsam feste Nahrung in Babys Speiseplan mit aufzunehmen. Der genaue Zeitpunkt zu dem der erste Brei gereicht werden sollte, hängt von der Entwicklung des Kindes ab [3].

Zeichen, dass Ihr Liebling bereit ist für seinen ersten Brei, sind zum Beispiel vermehrtes Interesse an fester Nahrung und das Greifen nach Lebensmitteln. Zwischen dem 5. und 7. Lebensmonat nimmt auch der Saugreflex langsam ab und die Zungenbewegung des Säuglings ist soweit entwickelt, dass er von einem Löffel essen kann – auch wenn das meiste noch daneben geht [4].

Wussten Sie, dass noch vor wenigen Jahrzenten das Ausspucken des Breis durch das Baby als Ungehorsam des Kindes angesehen wurde? Zwischen ca. den 1950er bis in die 1990er Jahre wurde Beikost – wie die Babybreie auch genannt werden – einfach viel zu früh gefüttert. Wenn der Saugreflex noch sehr stark ausgeprägt ist, schiebt das Baby die Nahrung automatisch mit der Zunge aus dem Mund [5].

Offizielle Empfehlungen, darunter die österreichische Beikostempfehlungen und die Empfehlungen des Forschungsinstituts für Kinderernährung in Dortmund, raten davon ab Breie jeglicher Art vor dem Beginn des 5. Lebensmonats zu füttern, da ansonsten das Risiko für bestimmte Krankheiten, wie Zöliakie, Diabetes Mellitus Typ 1, Adipositas und Morbus Crohn zunimmt [6] [7].

Genauso ist es nicht ratsam, länger als bis zum Ende des 7. Monats mit der Beikostgabe zu warten, da das Kind danach möglicherweise nicht mehr genug Nährstoffe erhält und die Umstellung auf feste Nahrung mitunter schwerer fällt.