3 einfache Tipps für bessere Food Fotos

Mariella Food-Styling Leave a Comment

Du fotografierst gerne selbst? Und am liebsten dein Essen? Deine Food Fotos sehen aber nie so wirklich gut aus? Dann probiere diese 3 einfachen Tipps aus.

Food Foto Gingerbread Latte
©Mariella Lahodny-Bothe – Foto und Food Styling

Durch meine Tätigkeit als Food Stylistin habe ich in den letzten Jahren viele Tricks und Techniken kennen gelernt und auch selbst entwickelt. Für stimmungsvolle Food Fotos braucht es aber gar nicht allzu viel. Oft kommt es „nur“ auf die richtige Platzierung der Speisen und der anderen Dinge am Foto an. Bei einigen Fotoproduktionen gibt es dafür eigene Set Stylisten/Stylistinnen, die sich um alles kümmern, das rund ums Essen geschieht. Die Food Stylistin/der Food Stylist ist in diesem Fall ausschließlich für das Aussehen der Speisen zuständig. In meinem Arbeitsalltag werden allerdings selten zusätzliche Set Stylistinnen beauftragt. Das Set Styling erfolgt vielmehr in einem Wechselspiel aus Fotograf/in und Food Stylist/in.

3 wirklich einfache Techniken, die wir ständig verwenden, möchte ich dir heute verraten. Probier es aus und lass mich wissen, ob sie dir zu einem stimmigeren Bild geholfen haben.

Hier sind meine 3 Tipps für bessere Food Fotos

1. Ungerade Zahlen wirken meist besser als gerade

Es klingt simpel aber 3 oder 5 Mandarinen sehen auf Fotos meist besser aus als 2 oder 4. Das heißt nicht, dass alle Dinge die auf einem Food Foto exakt dieser Regel entsprechen. Wird beispielsweise Besteck gezeigt, reichen meist eine Gabel und ein Messer.

Wenn im Foto 2 Teller zu sehen sind und ich finde das Bild noch nicht stimmig, würde ich als nächsten Schritt versuchen eine weitere Gabel ins Spiel zu bringen. Diese könnte z.B. beim 2. Teller angelehnt liegen. Somit hätte ich, streng genommen, wieder 3 Stück Besteck.

Bei kleinen Utensilien wie Kuchengabeln oder Teelöffeln verwende ich auch meist 3 Stück.

Noch ein Beispiel: Wenn ich mehrere Walnüsse als Deko verwende, orientiere ich mich gerne an dieser Regel. Die Nüsse gruppiere ich in zweier und dreier Gruppen und verteile sie im Foto. Eine aufgebrochene Nuss mit 2 Hälften zähle ich dabei als 2 Stück. Das heißt, wenn ich drei ganze Nüsse und eine aufgebrochene Nuss habe, zählen diese als 5 Stück – also wieder eine ungerade Zahl.

Ausnahmen bestätigen die Regel: Du musst nicht bei allen Dingen im Foto auf ungerade Zahlen achten. Manchmal funktioniert ein Foto auch mit geraden Zahlen. Sieht dir das Titelbild an. Hier sind 4 Zimtstangen und 2 Orangen zu sehen und auch das passt in diesem Fall.

Pinterest - Tipps für bessere Food Fotos
Pinne mich auf Pinterest!

2. Zufällig ist besser als zu ordentlich

Du hast alles fein säuberlich für dein Foto drapiert aber irgendwie wirkt es langweilig? Dann könnte das „zu ordentliche“ das Problem sein. Gerade bei sehr kleinen Dingen wie Gewürzen (Gewürznelken, Pfefferkörnern), bunten Streuseln, Zuckerln oder ähnlichem ist es manchmal schwierig die Platzierung zufällig aussehen zu lassen.


Foto Suppe und Erbsen
David Abbram at Pexels

Links sieht man ein, an sich, schönes Food Foto. Die Erbsen wurden, meiner Meinung nach aber, zu sehr drapiert. Die meisten davon haben zueinander (fast) den gleichen Abstand.

Schöner würde es aussehen, wenn weniger Erbsen verwendet worden wären und diese zufälliger angeordnet wären.

Darüber hinaus liegen die Knoblauchzehen genau in einer Linie. Vielleicht hätte eine der Knoblauchzehen links neben den Schüsseln positioniert aus dem Bild ragen können.


Zugegeben, es ist ein schmaler Grad zwischen zufällig und chaotisch. Alles tatsächlich zufällig aufzustreuen funktioniert leider selten. Dabei entstehen meist zu dicht gedrängte Haufen während an anderer Stelle etwas fehlt. Es wirkt schlichtweg nicht harmonisch.

Versuche die Deko so anzuordnen, dass zwar einerseits keine allzu großen Lücken zwischen den einzelnen Elementen entstehen aber andererseits die Abständige auch nicht alle gleich groß sind. Bei Gewürznelken beispielsweise, würde ich diese so platzieren, dass vielleicht 2 etwas enger beisammen liegen und eine dritte etwas Abstand zu den beiden aufweist. Weitere Gewürznelken würde ich dann mit noch mehr Abstand platzieren.

Hier ist definitiv Fingerspitzengefühl und etwas Übung gefragt. Sie dir dafür Fotos an, die für dich sehr harmonisch wirken und analysiere die Anordnung der Elemente. Das hilft ein Gefühl dafür zu entwickeln. In meinem Food Styling Portfolio findest du dafür auch einige Fotos.

3. Parallelen in Food Fotos vermeiden

Wenn ich mit der grundsätzlichen Anordnung aller Elemente auf dem Foto zufrieden bin, überprüfe ich, ob irgendwelche Linien im Foto zueinander parallel verlaufen. Verläuft vielleicht die Kante eines Tuchs parallel zu einem Messer oder liegt die Kuchenkabel (fast) parallel zur Tortenschaufel im Hintergrund? Überprüfe dies auf dem Foto nicht mit dem freien Auge. Manchmal wirken Dinge nur auf dem Foto bzw. aus einer bestimmtem Perspektive parallel zu einander.


Ich finde, dass dieses Foto viele schöne Elemente aufweist. Einzig die Anordnung der Fisolen und Karotten in der Bildmitte finde ich störend. Die geraden Linien und die zu ordentliche Platzierung passen nicht zum übrigen Foto und lenken den Fokus vom Steak ab.

Foto von Steak
Malidate Van at Pexels

Versuche derartige Parallelen zu durchbrechen, in dem du eines der Elemente etwas anders anordnest. Dafür musst du das Element nicht zwangsläufig um 90 Grad drehen. Manchmal reicht eine leichte Drehung schon aus, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Probier es doch einfach mal!

Und das waren auch schon meine 3 Tipps für bessere Food Fotos. Haben dir die Tipps geholfen? Falls ja, teile diesen Beitrag mit Freundinnen und Freunden.


©Cornelia Kahr

Hast du Lust bekommen noch mehr über Food Fotografie Food Styling und Set Styling zu erfahren?

Dann schau doch einmal bei meiner lieben Kollegin Fotografin Cornelia Kahr vorbei. Sie bietet immer wieder Food Fotografie Workshops an.

Zwei Food Fotografie & Food Styling Workshops bieten wir gemeinsam an: Basic: Food Fotos & Style und Advanced: Food Fotos & Style. In Corona-Zeiten finden die Workshops online statt, damit du so schnell als möglich mit deinen Kunstwerken starten kannst.


Haben dir die Tipps gefallen? Dann teile diesen Beitrag:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.