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Abzocke Allergietests

Mariella Ernährung allgemein

Bluttests mit denen angeblich sämtliche Nahrungsmittelallergien und –unverträglichkeiten erfasst werden können, werden immer noch vielfach beworben aber Vorsicht! Diese Tests, die die IgG-Antikörper im Blut untersuchen, ziehen Ihnen bloß das Geld aus der Tasche.

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Alles auf einen Streich

Derartige Allergietests testen nicht selten zwischen 80 und 100 Lebensmittel. In grafisch schön aufbereiteten Listen und Unterlagen werden die Ergebnisse anschließend ansprechend präsentiert. Den gutgläubigen Kunden wird versichert, dass die Ergebnisse darstellen, welche Lebensmittel sie gut, weniger gut und gar nicht vertragen. Es wird empfohlen, die unverträglichen Lebensmittel entweder für einen bestimmten Zeitraum, meist 6 Monate, komplett zu meiden oder eine sogenannte Rotationsdiät zu starten. Bei der Rotationsdiät sollen bestimmte Lebensmittel in einer vorgegebenen Abfolge abwechselnd gegessen bzw. gemieden werden. Positive Effekte, die nach der Einhaltung der vorgesehenen Diät entstehen, beruhen aber hauptsächlich auf einem Placebo-Effekt.

Eine echte Allergie oder Nahrungsmittelunverträglichkeit verschwindet aber selten nach dem man für ein paar Tage, Wochen oder ein halbes Jahr auf das jeweilige Lebensmittel verzichtet hat.

Hohe Kosten

Derartige Allergietests sind meist auch alles andere als billig. Mit Kosten um die 500 Euro kann man durchaus rechnen. Ein stolzer Preis für ein Ergebnis, das eigentlich keine seriöse Aussage über Allergien und Unverträglichkeiten zulässt.

Das Spiel mit der Unwissenheit

Von den Anbietern wird das Prinzip des Tests schlüssig dargestellt. Selbst für Personen mit naturwissenschaftlicher Ausbildung ist es daher mitunter schwer zu beurteilen ob die Aussagen der Anbieter so stimmen.

Solche Breitband-Allergietests untersuchen die IgG-Antikörper im Blut. Einer Untergruppe, den IgG4-Antikörpern, wird darüber hinaus ein Zusammenhang mit Unverträglichkeitsreaktionen zugesprochen. Tatsache ist jedoch, dass derartige Antikörper auch bei absolut gesunden Menschen – also ohne Allergie oder Nahrungsmittelunverträglichkeit – gefunden werden. Eine Untersuchung der IgG-Antikörper sagt somit nichts über irgendwelche vorliegenden Allergien oder Unverträglichkeiten aus!

Fachgesellschaften warnen vor Geschäftemacherei

Fachgesellschaften für Allergologie und Immunologie, wie die Schweizerische Fachgesellschaft für Allergologie und Immunologie, warnen vor derartigen Tests und raten davon ab.

Was tun bei einem Verdacht auf eine Allergie oder Unverträglichkeit?

Wenn Sie vermuten eine Allergie oder Lebensmittelunverträglichkeit zu haben, empfiehlt es sich zu einem Spezialisten zu gehen. Allergiezentren sind beispielsweise auf die Austestung von Allergien spezialisiert. Leiden Sie an Magen-Darm-Beschwerden kann der Gastroenterologe weiterhelfen.

Je nach Verdacht sind unterschiedliche Untersuchungsmethoden notwendig. Eine Nahrungsmittelintoleranz für zum Beispiel Fruchtzucker (Fructoseintoleranz) oder Milchzucker (Lactoseintoleranz) wird beispielsweise durch einen Test festgestellt, bei dem eine Zuckerlösung getrunken und anschließend die Atemluft untersucht wird. Mit einem Bluttest kann man hier keine Aussage treffen.

Natürlich gibt es aber auch Allergien bei denen das Blut untersucht wird, allerdings werden hierbei die IgE-Antikörper analysiert.

Fazit: Finger weg von teuren Tests die angeben, mit Hilfe einer Blutprobe unzählige Lebensmittel auf ihre individuelle Verträglichkeit untersuchen zu können.

 

Quelle: [18]